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Rolle der HWS Dysfunktion bei Schwindel

Cervicogener Schwindel ist das Resultat neuromuskuloskelettaler Funktionsstörungen, degenerativer Veränderungen oder von Symptomen an der Halswirbelsäule. Durch die gestörte somatosensorische Kontrolle kommt es letztendlich zu Schwindel. So bekam der Zuhörer beim Vortrag „HWS Dysfunktion bei Schwindel – Folgeeffekt, beitragender Faktor oder Causa principalis?“ auf dem Bundeskongress Physiotherapie vom 19.-20. Oktober 2018 zuerst einen Überblick über die wichtigsten Schwindelerkrankungen. Anschließend wurden HWS-Dysfunktionen als eine weitere mögliche Ursache für Schwindel diskutiert.

Komplexes Gleichgewichtssystem mit vielen möglichen Störquellen

Basierend auf einem Modell der Mechanismen des Gleichgewichtssystems und möglichen Störquellen erklären sich die häufigsten Schwindelerkrankungen. Dazu gehören peripher-vestibuläre Erkrankungen, Herzkreislauf- und Gefäßerkrankungen, Störungen des Sensomotorischen Systems, zentrale Erkrankungen wie die Vestibuläre Migräne oder psychogene Schwindelerkrankungen. Weiterhin bestehen über den vestibulären Kernkomplex neurophysiologische Verbindungen zur Region Halswirbelsäule.

Steigende Evidenz für den Cervicogenen Schwindel

Vor allem qualitativ solide angefertigte Fallstudien wie die von manualtherapeutisch tätigen Physiotherapeuten untermauern die Existenz des Cervicogenen Schwindels. Zudem besteht vermutlich ein Zusammenhangs zwischen der erhöhten Anzahl und dem Einwachsen von Ruffinikörperchen in die erkrankten Segmente und der Schwindelanfälligkeit. Darüber hinaus weisen Studien der Manuellen Therapie, die einen hohen Evidenzlevel haben, auf signifikante Therapieeffekte hin.

Ergänzend bringen tierexperimentelle Studien einer amerikanisch-kanadischen Forschergruppe aktuell einen neuen Aspekt in die Bedeutung der HWS für das Gleichgewichtssystem. Zu Beginn einer akut ausgelösten Funktionsstörung im Vestibularapparat setzten Primaten die HWS-Afferenzen nachweislich verstärkt kompensatorisch zur Gleichgewichtssteuerung ein.

Folgerungen für die Praxis

Zusammenfassend gehört zu einer kompetenten medizinisch-therapeutischen Versorgung von Menschen mit Schwindelsymptomen die Diagnostik und Therapie der HWS unverzichtbar mit dazu. Schwindel-Experten aus unterschiedlichen Disziplinen sollten sich nicht um Entitäten streiten müssen, sondern gegenseitig ihre Erfahrungen aus der Praxis respektieren, fundierte Forschungsergebnisse anerkennen um zum Wohle des Patienten zusammenzuarbeiten.

http://physiocongress.de/bundeskongress/wp-content/uploads/sites/15/2018/10/Elke-Schulze_HWS-Dysfunktion-bei-Schwindel.pdf

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen auf, dass Migräne durch physiotherapeutische und manualtherapeutische Maßnahmen positiv beeinflussbar ist. Zu diesem Thema referierte Heike Kubat, PT M. Sc. auf dem Bundeskongress Physiotherapie vom 19.-20. Oktober 2018 über die Chancen und Möglichkeiten der physiotherapeutischen Untersuchung und Behandlung bei Migränepatienten mit dem CCS-Konzept.

http://physiocongress.de/bundeskongress/wp-content/uploads/sites/15/2018/10/Heike-Kubat_Chancen-und-M%C3%B6glichkeiten-der-physiotherapeutischen-Untersuchung.pdf

 

Migräneauslöser wie Überreizung oder neuromuskuloskelettale Ursachen

Sowohl auditive, visuelle und somatosensorische Reize als auch metabolische Veränderungen führen zu Aktivierungen im sogenannten trigeminovasculären System des Gehirns, das bei der Migräneattacke eine wesentliche Rolle spielt. Verstärkend hierzu wirkt eine verminderte Habituationsfähigkeit des sensorischen Kortex auf wiederholte Reize. Darüber hinaus diskutieren Fachleute eine passive Sitzposition, statische HWS- Flexionsstellungen, erhöhte Muskelspannungen und Dysfunktionen der Kopfgelenke als Auslöser einer Migräneattacke.

In ihrem Vortrag erörtert Heike Kubat unter anderem kognitive, emotionale und neuromuskuloskelettale Ursachen sowie diverse Triggerfaktoren. Aufgrund der pathophysiologischen Faktoren stellt sie die praktische Umsetzung mit dem evidenzbasierten Behandlungskonzept, CCS- Konzept®, dar.

 

Typische Dysfunktionen der Halswirbelsäule bei Migränepatienten

Mit den Studien, die Heike Kubat vorstellt, legt sie folgende Fakten dar:

  • Sehr viele Migränepatienten, ca. 70%, leiden unter HWS Beschwerden
  • HWS-Schmerzen zeigen sich als ein beitragender Faktor bei Migräne
  • Zudem reduzieren HWS-Schmerzen die Effektivität von Migränemedikamenten
  • HWS-Schmerzen sind assoziiert mit einer größeren Gefahr zur Chronifizierung
  • Aktive und latente Triggerpunkte lösen bei cervicogenen Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen sowie bei Migräne im Vergleich zu Gesunden den bekannten Kopfschmerz aus
  • Spannungen und Steifigkeit im Gewebe, eine eingeschränkte Beweglichkeit und eine segmentale Schmerzreproduktion zeigen sich bei Spannungskopfschmerzen sowie bei Migräne im Verhältnis zu einer asymptomatischen Kontrollgruppe erhöht

Gesundheitsmanagement von Patienten mit craniocervicalen Beschwerden

Der diesjährige Bundeskongress Physiotherapie findet am 19. – 20. Oktober 2018 in Bad Soden am Taunus statt. In diesem Rahmen ist ein Referenten-Team von CCS Konzept® beim integrierten Fachkongress Manuelle Therapie geladen. So stehen Workshops und Vorträge zu Themen rund um das Gesundheitsmanagement von Patienten mit craniocervicalen Beschwerden auf dem Programm, die ohne Zweifel allein schon den Kongressbesuch Wert sind.

Nicht selten stellen Beschwerdebilder wie Gesichts- und Kopfschmerzen, Kiefergelenksbeschwerden, cervicale Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, Schwindel oder Tinnitus eine Herausforderung für den Physiotherapeuten dar. Deshalb hat es sich das Expertenteam von CCS Konzept® zur Aufgabe gemacht, als Mittler zwischen bisheriger Evidenz aus der Wissenschaft und der Anwendung in der täglichen physiotherapeutischen Praxis zu fungieren.

Demzufolge erwarten den Kongressteilnehmer interessante Workshops wie

  • „Testbatterie beim craniocervicalen Symptomkomplex – Werkzeug zur effektiven Therapie“
  • „Untersuchung und Behandlung craniomandibulärer Symptome“

bezeihungswiese erstklassige Vorträge wie

  • „HWS Dysfunktion bei Schwindel – Folgeeffekt, beitragender Faktor oder Causa principalis?“
  • „Chancen und Möglichkeiten der physiotherapeutischen Untersuchung und Behandlung bei Migränepatienten“ oder
  • „Kranio-zervikale Syndrome – Umsetzung von Assessment und Therapie in einer spezialisierten Praxis“.

Alle Infos zum Bundeskongress finden Sie unter:

http://www.bundeskongress-physiotherapie.de

Alle Infos zu CCS Konzept® finden Sie unter:

https://ccs-konzept.com

 

 

Vestibulartherapeut – spezialisierter Physiotherapeut bei Schwindel

Die Behandlung von Schwindel gehört zu den wichtigen Aufgaben der Physiotherapie. Als Spezialist ist der Vestibular-Therapeut dafür zuständig. Denn er hat das komplexe Gleichgewichtssystem und die vielfältigen Ursachen und Formen von Schwindel im Blick.

 

Schwindel – ein multifaktorielles Symptom

Schwindel ist ein Symptom und Ausdruck einer Störung innerhalb eines komplexen Systems – des Gleichgewichtssystems. Neben einer ausreichenden Leitungsfähigkeit des Halte- und Stützapparates, eines funktionierenden Stoffwechsels und einer intakten Blutversorgung, gehören zur Aufrechterhaltung des menschlichen Gleichgewichts folgende essentiellen Subsysteme:

  • Zentral-vestibuläres System
  • Peripher-vestibuläres System
  • Visuelles System
  • Motorisches System
  • Somatosensorisches System

Hinzu kommt die zentrale Weiterverarbeitung. Denn andere Gehirnregionen sind an der Gleichgewichtsteuerung ebenso mitbeteiligt, in denen Bewusstsein, Emotionen, Verstand sowie autonome Mechanismen gesteuert werden.

 

In guten Händen beim Vestibulartherapeut nach dem CCS-Konzept®

Physiotherapeuten, die sich in der Vestibulären Therapie fortbilden, können die Funktion der Systeme und Mechanismen untersuchen oder bewerten. Folglich können sie daraus eine effektive Behandlung ableiten. Dabei erkennen sie auch die Zeichen von ernsthaften Erkrankungen, die bei Schwindel auftreten können. In diesen Fällen wäre eine weitere ärztliche Abklärung erforderlich. Zumeist ist Schwindel jedoch gutartig und der Vestibulartherapeut stellt einen individuell angepassten Behandlungsplan auf. Wenn der Vestibulartherapeut darüber hinaus eine Weiterbildung in der Manuellen Therapie besucht hat, kann er auch die Halswirbelsäule oder das Kiefergelenk effektiv untersuchen und gegebenenfalls mitbehandeln.

In besonders guten Händen befinden sich Menschen, die unter Schwindel leiden, beim CCS-Therapeut nach dem CCS-Konzept®. Denn er hat sich vielfältig in der Symptomatik Schwindel fort- und weitergebildet.

 

https://www.physio-akademie.de/zertifikate-weiterbildungen/ccs-therapeut/

 

Menschen, die unter Schwindel, Kopfschmerz, Tinnitus, Nackenschmerz oder einer Fehlfunktion des Kiefergelenks leiden, brauchen kompetente Unterstützung! Mit dem CCS-Konzept® eignen sich Therapeuten evidenzbasiertes Wissen, Untersuchungsstrategien und effektive Therapiemethoden an.

https://ccs-konzept.com

Effektive Therapiekonzepte bei Schwindel, Kopfschmerz, CMD & Co in den Fachkursen zum CCS Therapeut

 

Veranstalter: Physio-Akademie gGmbH

  • 12.09.-15.09.2018    Hamburg: Symptomkomplex Kopfschmerz-Schwindel I
  • 16.09.-19.09.2018    Berlin: Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (CMD) I
  • 26.09.-29.09.2018    Radolfzell: Symptomkomplex Kopfschmerz-Schwindel I
  • 12.10.-13.10.2018    Freiburg: Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (CMD) II
  • 12.10.-15.10.2018    München: Craniale Nerven
  • 02.11.-05.11.2018    Guben: Craniale Nerven – Lernen an Plastinaten
  • 09.11.-10.11.2018    Freiburg: Symptomkomplex Kopfschmerz-Schwindel II
  • 25.11.-28.11.2018    Dresden: Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (CMD) I
  • 29.11.-30.11.2018    Dresden: Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (CMD) II
  • 30.11.-01.12.2018    Bochum: Symptomkomplex Kopfschmerz-Schwindel II

Die Fachkurse zum CCS-Therapeuten sind ein wesentlicher Baustein in der Therapie von craniocervicalen Symptomen für jeden Physiotherapeuten. D Kurse können alle einzeln und unabhängig voneinander gebucht werden. Ein Expertenteam bestehend aus Physiotherapeuten, Ärzten, Manualtherapeuten, Osteopathen, Craniosacraltherapeuten, Vestibulartherapeuten, Anatomen und Heilpraktikern sieht sich als Mittler zwischen bisheriger Evidenz aus der Wissenschaft und der praktischen Anwendung, Die Entwicklung der Kurse entstand aus der Lehrerfahrung und dem Praxisalltag der Referenten. Buchen Sie die Kurse zum CCS-Therapeut , weil sie es wert sind.

Infos und Buchungen:

https://www.physio-akademie.de/zertifikate-weiterbildungen/ccs-therapeut/

Cervicale arterielle  Dysfunktion – Eine wichtige Angelegenheit für jeden Physiotherapeuten

Kopfschmerz, Schwindel oder stetes Unwohlsein können Hinweise einer ernsthaften Erkrankung wie die Dysfunktion hirnzuführender Arterien bzw. Cervicale Arterielle Dysfunktion (CAD) sein.

Weil diese hirnzuführenden Arterien eine Teilstrecke in der Nachbarschaft zur Halswirbelsäule verlaufen, sind sie durch Bewegungen derselben beinflussbar. Deshalb sollten Therapeuten ihre Vorgehensweise in der Untersuchung und Behandlung sorgfältig anpassen.

Ein Clinical Reasoning Prozess ist vor Manövern an der Halswirbelsäule zur Sicherheit des Patienten unumgänglich. Neben der Anamnese stehen dem Therapeut weitere Tests wie Blutdruckmessung, Stabili-tätstests der HWS, Tests hirnzuführender Arterien, Palpation der A. carotis oder einfache orientierende neurologische Tests der Hirnnerven VIII-XII zur Verfügung.

Umstrittene Tests der hirnzuführenden Arterien

Die Tests der hirnzuführenden Arterien, zu denen der Arteria-vertebralis-Test und der Arte-ria-carotis-interna Test gehören, sind nach neuester Evidenzlage besonders umstritten. Anatomisch-funktionell betrachtet, bergen endgradige Einstellungen potentielle Gefahren für die hirnzufüh-renden Arterien. Allerdings ist die Höhe des Risikos mit der derzeitigen Evidenzlage nicht bestimmbar. Der Therapeut kann das Risiko durch Sorg-falt und Expertise in der Untersuchung und Behandlung, gerade bei endgradi-gen Einstellungen, minimieren.

Warum wurde das CCS- Konzept für Menschen mit Kopfschmerzen entwickelt? Neue Forschungserkenntnisse werden im CCS- Konzept in die Praxis transferiert. Heike Kubat stellt in diesem Fachinterview das evidenzbasierte CCS- Konzept vor (aufgenommen vom Pflaum Verlag an der Medica Düsseldorf November/ 2016)

CMD von Ima Feurer

Die Ursachen, die zur Entstehung der Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) führen sind vielfältig. Wir haben es hier mit einer muskuloskelettalen Erkrankung zu tun, die auch mit Gewebsschäden einhergehen kann. Unterhaltende, beitragende und auslösende Faktoren sind nicht bei jedem Patienten gleich.

Genauso wenig wie es DIE Ursache für CMD gibt, gibt es auch nicht DIE Behandlung von CMD. Es gibt viele Behandlungsansätze und jede Behandlungsmeinung kann wahrscheinlich einen Behandlungserfolg für sich beanspruchen.