Cervicale arterielle  Dysfunktion – Eine wichtige Angelegenheit für jeden Physiotherapeuten

Kopfschmerz, Schwindel oder stetes Unwohlsein können Hinweise einer ernsthaften Erkrankung wie die Dysfunktion hirnzuführender Arterien bzw. Cervicale Arterielle Dysfunktion (CAD) sein.

Weil diese hirnzuführenden Arterien eine Teilstrecke in der Nachbarschaft zur Halswirbelsäule verlaufen, sind sie durch Bewegungen derselben beinflussbar. Deshalb sollten Therapeuten ihre Vorgehensweise in der Untersuchung und Behandlung sorgfältig anpassen.

Ein Clinical Reasoning Prozess ist vor Manövern an der Halswirbelsäule zur Sicherheit des Patienten unumgänglich. Neben der Anamnese stehen dem Therapeut weitere Tests wie Blutdruckmessung, Stabili-tätstests der HWS, Tests hirnzuführender Arterien, Palpation der A. carotis oder einfache orientierende neurologische Tests der Hirnnerven VIII-XII zur Verfügung.

Umstrittene Tests der hirnzuführenden Arterien

Die Tests der hirnzuführenden Arterien, zu denen der Arteria-vertebralis-Test und der Arte-ria-carotis-interna Test gehören, sind nach neuester Evidenzlage besonders umstritten. Anatomisch-funktionell betrachtet, bergen endgradige Einstellungen potentielle Gefahren für die hirnzufüh-renden Arterien. Allerdings ist die Höhe des Risikos mit der derzeitigen Evidenzlage nicht bestimmbar. Der Therapeut kann das Risiko durch Sorg-falt und Expertise in der Untersuchung und Behandlung, gerade bei endgradi-gen Einstellungen, minimieren.