Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen auf, dass Migräne durch physiotherapeutische und manualtherapeutische Maßnahmen positiv beeinflussbar ist. Zu diesem Thema referierte Heike Kubat, PT M. Sc. auf dem Bundeskongress Physiotherapie vom 19.-20. Oktober 2018 über die Chancen und Möglichkeiten der physiotherapeutischen Untersuchung und Behandlung bei Migränepatienten mit dem CCS-Konzept.

http://physiocongress.de/bundeskongress/wp-content/uploads/sites/15/2018/10/Heike-Kubat_Chancen-und-M%C3%B6glichkeiten-der-physiotherapeutischen-Untersuchung.pdf

 

Migräneauslöser wie Überreizung oder neuromuskuloskelettale Ursachen

Sowohl auditive, visuelle und somatosensorische Reize als auch metabolische Veränderungen führen zu Aktivierungen im sogenannten trigeminovasculären System des Gehirns, das bei der Migräneattacke eine wesentliche Rolle spielt. Verstärkend hierzu wirkt eine verminderte Habituationsfähigkeit des sensorischen Kortex auf wiederholte Reize. Darüber hinaus diskutieren Fachleute eine passive Sitzposition, statische HWS- Flexionsstellungen, erhöhte Muskelspannungen und Dysfunktionen der Kopfgelenke als Auslöser einer Migräneattacke.

In ihrem Vortrag erörtert Heike Kubat unter anderem kognitive, emotionale und neuromuskuloskelettale Ursachen sowie diverse Triggerfaktoren. Aufgrund der pathophysiologischen Faktoren stellt sie die praktische Umsetzung mit dem evidenzbasierten Behandlungskonzept, CCS- Konzept®, dar.

 

Typische Dysfunktionen der Halswirbelsäule bei Migränepatienten

Mit den Studien, die Heike Kubat vorstellt, legt sie folgende Fakten dar:

  • Sehr viele Migränepatienten, ca. 70%, leiden unter HWS Beschwerden
  • HWS-Schmerzen zeigen sich als ein beitragender Faktor bei Migräne
  • Zudem reduzieren HWS-Schmerzen die Effektivität von Migränemedikamenten
  • HWS-Schmerzen sind assoziiert mit einer größeren Gefahr zur Chronifizierung
  • Aktive und latente Triggerpunkte lösen bei cervicogenen Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen sowie bei Migräne im Vergleich zu Gesunden den bekannten Kopfschmerz aus
  • Spannungen und Steifigkeit im Gewebe, eine eingeschränkte Beweglichkeit und eine segmentale Schmerzreproduktion zeigen sich bei Spannungskopfschmerzen sowie bei Migräne im Verhältnis zu einer asymptomatischen Kontrollgruppe erhöht