Tagungsbestpreis für Ima Feurer zu ihrem Vortrag.

Unsere geschätzte Kollegin Ima Feurer aus der CCS-Lehrergruppe ist Ende 2018  mit dem Tagungsbestpreis der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie ausgezeichnet worden.

Vortragsthema “Bruxismus und Physiotherapie”

Ima Feurer ging auf folgende Fragstellung ein: Welchen Einfluss haben Physiotherapeuten in der Behandlung von „Bruxismus” bei CMD? Hierauf hatte unsere erfahrene Expertin sehr interessante Antworten.

Beim Pressen und Knirschen der Zähne erfolgen wiederkehrende motorische Aktivitäten. Sie können sich in strukturellen Veränderungen und Schmerzen zeigen. Sowohl in der Muskulatur als auch im Gelenk kann es zu Symptomen kommen.

Darüber hinaus sprechen abradierte Zähne für parafunktionelle Knirsch-Gewohnheiten über eine längere Zeitperiode. Allerdings können wir in der Physiotherapie daraus nicht folgern, dass der Patient zur aktuellen Zeit knirscht.

Nicht jeder leidet bei Bruxismus

Ob Schmerzen und / oder Funktionsstörungen auftreten, unter denen ein Patient leidet, hängt von bestimmten Faktoren ab. Die Belastungsfähigkeit der Gewebe als auch individuelle psychosoziale Faktoren spielen eine Rolle.

So beobachtet Frau Feurer, dass nicht jeder Patient, der mit den Zähnen presst, auch zwingend unter CMD Symptomen leiden muss. Das Gros der Patienten, die sie in den letzten Jahren in ihrer Praxis mit CMD Symptomen untersucht und behandelt hat, konnten jedoch sogenannte parafunktionelle Aktivitäten bestätigen. Hierzu gehören beispielsweise Zähne- Zunge-Pressen, Fingernägelkauen, Lippenbeißen und oder Wangensaugen.

Erfassen beitragender oder unterhaltender Faktoren

Für Frau Feurer reicht es in der Therapie von CMD-Patienten nicht aus, den symptomatischen Status der Muskulatur und der Gelenke zu behandeln.  Sondern es ist auch wichtig zu erfassen, ob ein beitragender oder unterhaltender Faktor der CMD-Symptome u.a. durch Bruxismus besteht und ob dieser Faktor zu beeinflussen ist.

Wenn er beeinflussbar ist, so steht die weitere Überlegung an: Sind die Gewebe dann nicht ständig einer immer wiederkehrenden Belastung ausgesetzt? Unter Umständen könnte dies zu rezidivierenden Symptomen führen.

Zwei Schlüsselfragen ergeben sich in der Arbeit mit CMD Patienten:

  1. Lassen sich parafunktionelle Aktivitäten, z.B. Wach-Bruxismus in der Physiotherapie verändern?
  2. Lassen sich die CMD-Symptome durch Veränderungen parafunktioneller Aktivitäten beeinflussen?

Artikel veröffentlicht – Feurer 2019 Bruxismus und Physiotherapie

In ihrem Vortrag stellte Frau Feurer einen praktikablen Weg vor, wie in der Physiotherapie neben strukturellen und funktionellen Behandlungen auch die Achtsamkeit des Patienten für Wach-Bruxismus erarbeitet werden kann.  Und sie zeigte zudem auf, woran sich der Erfolg messen lässt.

Ihre Ergebnisse zu Bruxismus und Physiotherapie hat Frau Feurer 2019 in der Zeitschrift für Kraniomandibuläre Funktion veröffentlicht.